Fast jedes Kind kommt einmal in die Phase, in der auf Geburtstags- und Weihnachtswunschzettel immer nur noch eins steht: ein eigenes Haustier. Ob Hund, Hamster oder Pony - die Eltern stellt das vor eine große Entscheidung: Einen pelzigen Mitbewohner ins Haus holen oder dem Kind seinen Herzenswunsch abschlagen?
Ein Kontrapunkt ist oft die Sorge um die häusliche Sauberkeit. Denn ein Meerschweinchen macht während des täglichen Auslaufs auch schon mal ins Kinderzimmer und der Hund bringt gerne Stöckchen von draußen mit rein. Krankheitserreger wie etwa Salmonellen können schon durch einfaches Abschlecken oder über das Fell übertragen werden. Kinder sind dafür besonders anfällig, weil sich ihr Abwehrsystem noch im Wachstum befindet.
Hygieneregeln beachten
Wenn allerdings einige einfache Hygieneregeln eingehalten werden, kann bedenkenlos mit Hoppel & Co gekuschelt werden. Gründliches Händewaschen ist besonders nach intensivem Kontakt mit dem Tier Pflicht. Ställe und Körbchen müssen regelmäßig gereinigt werden und der Hund gelegentlich in die Badewanne. Esstisch, Kinderbett sowie eventuell Bad und Küche sind für das Tier tabu. Sollte das Haustier selbst einmal ansteckend krank sein, ist es ratsam, es solange vom Kind fernzuhalten. Hund und Katze sollten außerdem regelmäßig geimpft und entwurmt werden und ein Parasitenschutzmittel bekommen.
Wenn ein Baby ansteht, sollte das Haustier vorsorglich beim Tierarzt auf Parasiten und für das Kind gefährliche Krankheiten untersucht werden. Einer Freundschaft zwischen Baby und Tier steht sonst aber nichts im Wege. Im Gegenteil: Es ist erwiesen, dass früher Kontakt mit Bakterien wichtig ist, um der Entwicklung von Allergien vorzubeugen. Neben den Hygieneregeln ist aber auch wichtig, Tier und Kind früh aneinander zu gewöhnen, um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen und Unfälle zu vermeiden. Hilfreiche Literatur dazu gibt es im Ratgeber.
Ein Haustier ist Balsam für die Kinderseele
Haustiere sind aber nicht nur Bakterienschleudern. Sie wirken sich nachweislich positiv auf die Entwicklung von Kindern aus. Kinder mit eigenem Tier haben oft eine bessere soziale Kompetenz. Sie sind feinfühliger, einfühlsamer und weniger aggressiv. Schon so mancher Vierbeiner hat stürmische Kinder geduldiger und schüchterne kontaktfreudiger gemacht. Sogar Angststörungen und Depressionen können durch den Kontakt mit einem Tier gelindert werden. Das Haustier ist in vielen Phasen der Kindheit ein treuer Begleiter und Seelentröster und hilft, Krisenzeiten zu meistern. Außerdem lernen Kinder durch die Tiere, Verantwortung zu übernehmen und den Respekt vor anderen Lebewesen. Häufig sind die kleinen Tierhalter auch in der Schule besser. Und: Mit einem Hund bewegt sich ein Kind viel draußen an der frischen Luft.
Welches Tier für welches Kind?
Je nach Alter, Interesse und Reife eines Kindes, eignen sich verschiedene Haustiere besonders. Hier gilt es, den Charakter des Kindes gut einzuschätzen. Hund und Katze sind prima zum Herumtollen und Kuscheln; Meerschweinchen und Kaninchen eher zum Beobachten. Hamster, Vögel, Fische oder gar Reptilien eignen sich nur bedingt für Kinder. Zu bedenken ist aber auch, dass einige Tiere recht lange leben. Wer kümmert sich, wenn das Kind sich in der Pubertät auf einmal für andere Dinge interessiert? Deshalb sollten Eltern sich letzten Endes für ein Tier entscheiden, das ihnen selbst zusagt. Denn sie sind und bleiben die Hauptverantwortlichen.