Das Leben besteht aus Grenzen und Regeln, das wissen wir als Eltern und erkennen ihren Nutzen. Unsere Kinder müssen das erst lernen. Kinder, die von Ihren Eltern keine Grenzen aufgezeigt bekommen, sind meist überrascht und auch frustriert, wenn Sie an Grenzen stoßen. Dabei sind Grenzen und Regeln sinnvoll, sie vermitteln nicht nur Sicherheit und Halt, sondern helfen auch dabei, dass Kinder lernen sich im Leben zu orientieren. Das Ziel besteht darin, dass das Kind Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Forschungsergebnissen von Diana Baumrind (Entwicklungspsychologin aus Berkeley in Kalifornien) zufolge sind klare Grenzen ebenso wie besondere menschliche Wärme der beste Garant, dass ein Kind sich kontrolliert, zufrieden, unternehmenslustig und unabhängig entwickelt. Ein Familienklima also, das durch große Offenheit, Wärme und ein liebevolles Miteinander geprägt ist, erleichtert Kindern Grenzen zu befolgen.
Wenn du Grenzen und Regeln formulierst, achte darauf, dass diese im Verhältnis zur Umgebung stehen:
- Lebe Regeln vor! Wie beispielhaft, dass man bei einer roten Ampel stehen bleibt oder die Schuhe beim Betreten der Wohnung auszieht.
- Gestalte Regeln mit Ritualen. Verbinde (sofern möglich) Regeln mit liebevoll gestalteten Ritualen, wie das Schlafengehen um eine bestimmte Uhrzeit. Dein Kind kann sich dann besser darauf einstellen und fühlt sich sicher und geborgen.
- Lobe dein Kind, wenn es Dinge richtig macht. Lob und Liebe wirken Wunder, denn davon möchte das Kind so viel als möglich erhalten. So ist manche Quengelei und mancher Bock auch nur das Haschen nach Zuwendung und Aufmerksamkeit.
- Sei beständig! Einmal aufgestellte Regeln solltest du konsequent verfolgen. Ein „Ja" ist ein „Ja" und ein „Nein" eben ein „Nein". Überlege im Vorfeld, welches Ziel du verfolgst und erkläre ggf. warum. Darf das Kind den einen Tag etwas und den anderen nicht, kann es das nicht verstehen. Seie gradlinig, damit sich dein Kind daran orientieren kann und dich als zuverlässig und beständig wahrnimmt.
- Ausnahmen sind nicht die Regel. Ausnahmen sollten auch als solche formuliert und nicht zur Regel werden.
- Konsequenzen sachbezogen ziehen. Achte bei jeder Grenzüberschreitung, denen Konsequenzen folgen, immer darauf, dass diese auf das Verhalten, nicht aber auf die ganze Person des Kindes bezogen sind.
- Auch Eltern machen Fehler - Fehler im Verhalten und in der Erziehung. Das ist menschlich. Und genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass du dir deine Fehler eingestehst und dich ggf. auch bei deinem Kind entschuldigst. Dadurch kann dein Kind auch erlernen mit Fehlern umzugehen.
Du und dein Verhalten sind Vorbild für dein Kind
Setze Grenzen und Regeln und gebe deinem Kind ausreichend Zuwendung, Zeit und Liebe. Erziehung dient letztlich dem Ziel, dein Kind auf das Erwachsenenleben vorzubereiten und nicht um Macht gegenüber deinem Kind auszuspielen.
„Zwei Dinge sollen Kinder von Ihren Eltern bekommen: Wurzel und Flügel." (Johann Wolfgang von Goethe)