Hausmittel gegen Infekte

Ingwer und Zitrone gehören zu den Superstars, um Infekten vorzubeugen oder schnell wieder gesund zu werden. Aber helfen sie wirklich? Und gibt aber noch weitere Alltagstipps, um die Abwehrkräfte zu stärken?

Die nächste Erkältungswelle kommt bestimmt. Kann man sich mit Hausmitteln davor schützen? Und was ist, wenn der Schnupfen schon da ist? Medikamenten sind nicht immer nötig  – die guten alten Hausmittel sind seit langer Zeit bewährte Maßnahmen, um Symptome wirksam zu lindern und die Heilung zu unterstützen. Sie helfen oft genauso gut wie Mittel aus der Apotheke und kommen dabei ganz ohne Nebenwirkungen aus. Von der klassischen Hühnersuppe, über Tees und Bäder: Hier kommen unsere Tipps für die Erkältungszeit.

 

Übrigens: Erkältungen sind lästig, aber ganz normal. Durchschnittlich zwischen zwei bis fünf Erkältungen pro Jahr deuten bei Erwachsenen auf keine außergewöhnliche Immunschwäche hin, bei Kindern gelten bis zu acht „kleine Infekte“ (wie z. B. Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte) als normal. Wenn der Hals kratzt und die Nase tropft, ist das Immunsystem voll im Einsatz. Wie können wir es jetzt unterstützen?

 

Oberstes Gebot: Ruhe und Schonung


Ein Medikament, das Schnupfen und Co. heilt, gibt es nicht. Denn für grippale Infekte sind Viren verantwortlich – und die sind so vielfältig, dass sie mit Medikamenten nicht oder nur schwer bekämpft werden können. Mit Medikamenten können bei einer Erkältung immer nur Symptome gelindert werden – und das schaffen Hausmittel oft genauso gut.

In der Regel bezwingt unser Immunsystem die Viren-Attacke innerhalb weniger Tage von selbst. Was es dafür an Unterstützung vor allem braucht, ist Ruhe, Wärme und viel Schlaf. Stress und starke körperliche Anstrengung solltest du jetzt meiden, damit sich der Körper ganz auf die Virenbekämpfung konzentrieren kann.

 

Unsere Hausmittel-Tipps, eine vitaminreiche Ernährung und vor allem viel trinken tragen dazu bei, dass du dich schnell wieder besser fühlst.

 

Hausmittel bei Erkältungen

 

  • Kräutertee: Holunder- und Lindenblütentee werden traditionell bei Fieber sowie als schweißtreibende Mittel eingesetzt, Salbei lindert Hustenreiz und Halsschmerzen, Thymian wirkt schleimlösend, Kamille beruhigend und entzündungslindernd, Pfefferminze befreit die Atemwege. Viel trinken ist generell wichtig, um die Schleimhäute ausreichend zu befeuchten: Zweieinhalb bis drei Liter pro Tag sollten es sein.
     
  • Ingwer: Seine ätherischen Öle und Scharfstoffe, die sogenannten Gingerole, sollen eine antivirale und antibakterielle Wirkung haben. Tatsächlich fördern die Inhaltsstoffe die Immunabwehr im Speichel, wie Studien zeigen. Ob als frisch aufgegossener Ingwertee (mit Zitrone und Honig) oder als Shot – Ingwer wärmt von innen und wirkt entzündungshemmend.
     
  • Das vielbeschworene Vitamin C wird dagegen überbewertet: Egal ob man Vitamin-C-Präparate prophylaktisch einnimmt oder nicht, das Risiko einer Erkältung bleibt gleich hoch. Eine gute Vitaminversorgung ist trotzdem wichtig. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist zum Beispiel in Früchten und Gemüse enthalten, speziell in Zitrusfrüchten und Beeren.
     
  • Hühnersuppe: Wärmt, tut gut,liefert Energie und soll sogar antientzündlich wirken – Hühnersuppe ist der Ernährungsklassiker, wenn es uns richtig erwischt hat.
     
  • Honig: Honig hat eine antibakterielle Wirkung und wirkt beruhigend auf Hals und Rachen. Das macht ihn zum hervorragenden Erkältungsmittel bei Husten und Halsschmerzen. In Kräuter- oder Ingwertee gerührt, wirkt er besonders wohltuend. Wer unter Reizhusten ohne Schleimbildung leidet, kann auch warme Honigmilch trinken.
     
  • Dampfinhalation: Befeuchtet gereizte Schleimhäute und befreit verstopfte Nasen: Inhalieren geht ganz einfach. Wenn du kein Inhalationsgerät habst, tut es auch ein Topf mit heißem (nicht kochendem!) Wasser und ein Handtuch über den Kopf. Dann etwa zehn Minuten langsam tief ein- und ausatmen. Kamille, Salbei, einige Tropfen Eukalyptusöl oder einfach nur etwas Kochsalz sind als Zusatz geeignet.
     
  • Nasendusche: Zugegeben, das Prozedere ist etwas gewöhnungsbedürftig – doch die Nasendusche mit einer Salzlösung gilt als Geheimtipp bei der Vorbeugung und Therapie von Atemwegserkrankungen. Sie befreit verschleimte Atemwege, unterstützt die Selbstreinigungsfunktion der Nasenschleimhaut und hält sie feucht.
     
  • Erkältungsbad: Ein Erkältungsbadist vor allem bei ersten Anzeichen einer Erkältung empfehlenswert oder wenn sie schon wieder abklingt. Danach sollte man sich Schlaf oder zumindest Ruhe gönnen. Ist der grippale Infekt erst da, schwächt ein heißes Bad den Körper eher noch zusätzlich.
     
  • Weitere wirksame Hausmittel sind Quark-Halswickel gegen Halsschmerzen, Zwiebel- oder Rettichsaft gegen Husten, Wadenwickel bei Fieber und Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen.

 

Keine banale Erkältung?


Wenn Beschwerden wie Fieber, Husten oder Schmerzen länger andauern oder besonders ausgeprägt sind, solltest du zum Arzt gehen.

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